Wir sind nicht allein! Im 23. Jahrhundert ist außerirdisches Leben Realität – und mit ihm beginnt das Rennen um Einfluss, Allianzen und politische Macht. In EGO (Extraterrestrial Greeting Organization) schlüpft ihr in die Rolle von fünf rivalisierenden Botschaftern (Erde, Mars, Venus, Merkur und Jupiter), die gemeinsam ein gewaltiges Super-Schiff auf die Reise schicken. Das Ziel: zahlreiche fortschrittliche Zivilisationen besuchen, Beziehungen knüpfen – und am Ende einen Sitz im Galaktischen Senat sichern.
Doch Kooperation ist hier nur die Fassade. Hinter verschlossenen Türen zählt vor allem, dass euer eigener Planet am meisten profitiert. EGO spielt sich als Abfolge großer und kleiner Ereignisse, in denen ihr euch gegenseitig unter Druck setzt: Auktionen, Drafts, Risiko-Entscheidungen und knallhartes Handmanagement sorgen dafür, dass jede Runde nach „jetzt oder später“ schmeckt. Wer zu zaghaft ist, verpasst Chancen – wer zu hoch pokert, kassiert empfindliche Rückschläge.
Der Kern sind besondere Auktionen: Jeder zahlt, was er bietet. Geboten wird über passende Symbole aus der eigenen Hand (Charisma kann dabei flexibel helfen). Der Gewinner wählt zuerst aus den Belohnungen, dann folgen die Nächstplatzierten – doch nicht jede Option ist angenehm: Manche bringen Strafen oder unangenehme Nebenwirkungen. Genau hier entsteht der Reiz: Kämpfst du um den ersten Zugriff, oder spielst du bewusst auf einen späteren, aber sichereren Pick?
Zusätzlich würzen Risiko-Events die Mission: Bei Verhandlungen könnt ihr euch übernehmen, Aliens brüskieren oder euch blamieren – was am Ende in deutliche Bonus- oder Maluspunkte münden kann. Gleichzeitig winken große Prestigegewinne für mutige Entscheidungen. EGO belohnt Spieler, die Situationen richtig lesen, Karten clever einteilen und genau dann groß investieren, wenn es wirklich zählt.
EGO ist eine drastische Neuinterpretation des strategischen Push-your-luck-Auktionsspiels Beowulf: The Legend. In Zusammenarbeit mit Reiner Knizia wurde das Spiel modernisiert: mehr Varianz durch austauschbare Zivilisationen, ein gestraffter Ablauf, neue Elemente wie Währungskarten und Transmission-Events sowie noch mehr besondere Karten als Draft-Belohnungen. Abgerundet wird das Ganze durch das galaktische Artwork von Marie Bergeron.
Fazit: Wenn du interaktive Spiele liebst, bei denen Timing, Mut und das Lesen deiner Mitspieler entscheidend sind, liefert EGO genau das: Prestige statt Punkte – und Ego statt Nettigkeit.